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Artikel: Pampasgras pflanzen, schneiden & überwintern: Der große Ratgeber aus der Gärtnerei

Grosses weisses Pampasgras als Solitaer im Herbstgarten mit cremeweissen Federrispen im Abendlicht
Cortaderia

Pampasgras pflanzen, schneiden & überwintern: Der große Ratgeber aus der Gärtnerei

Kein anderes Gras hat in den letzten Jahren so viele Gärten erobert wie das Pampasgras. Und kaum eines wird so oft falsch gekauft. Als Staudengärtnerei in dritter Generation kultivieren wir Cortaderia selloana im Freiland am Niederrhein und hören jeden Herbst dieselben drei Sätze: Es ist viel größer geworden als gedacht, es hat im Winter gelitten, und das rosa Pampasgras aus dem Internet sah anders aus. Alle drei lassen sich vermeiden, wenn man vorher die richtigen Dinge weiß. Dieser Ratgeber sagt Ihnen, welche Sorte an welchen Platz gehört, wie der Winterschutz wirklich funktioniert – und warum man an dieser Pflanze nie ohne Handschuhe arbeitet.

Kurzporträt: Ein Gras, das Platz braucht

Pampasgras stammt aus dem südlichen Südamerika und gehört zu den Süßgräsern. Es wächst streng horstig, bildet also keine Ausläufer. Was es dafür tut: in die Breite gehen. Ein etablierter Horst der großen Sorten wird anderthalb bis zwei Meter breit, die Halme steigen auf zwei bis drei Meter. Das ist die häufigste Fehleinschätzung beim Kauf – die Pflanze kommt als Einliterware und wirkt harmlos.

Der Schmuck sind die Federrispen, die von August bis in den Oktober an aufrechten Halmen weit über dem Laub stehen: dichte, seidig schimmernde Fahnen von 30 bis 60 Zentimetern Länge. Sie halten den ganzen Winter über und sind trocken haltbar. Das Laub darunter ist schmal, sehr lang und bogig überhängend – und am Rand fein sägezähnig. Wer ohne Handschuhe hineingreift, holt sich saubere Schnitte. Das ist kein Detail am Rande, sondern der Grund, warum dieses Gras nicht an einen Kinderspielplatz oder an einen schmalen Weg gehört.

Eine botanische Besonderheit erklärt, warum manche Pflanzen nie richtig blühen: Pampasgras ist zweihäusig. Es gibt weibliche und männliche Exemplare, und nur die weiblichen bilden die dichten, breiten, strahlend weißen Rispen. Männliche Pflanzen blühen schmaler, lockerer und schmutziger. Alle Sorten in unserer Kultur werden vegetativ vermehrt, also durch Teilung – dadurch bekommen Sie garantiert eine weibliche Pflanze und garantiert die Sorteneigenschaften. Samenware aus dem Baumarkt bietet diese Sicherheit nicht.

Standort und Boden: Sonne, Luft und kein nasser Winter

  • Vollsonnig und luftig. Weniger als sechs Sonnenstunden bedeuten weniger und schwächere Rispen. Ein freier Stand ist auch deshalb wichtig, weil die Halme sonst zum Nachbarn hin auseinanderfallen.
  • Durchlässiger Boden. Lehmige, verdichtete Böden vor der Pflanzung großzügig mit grobem Sand oder Splitt verbessern und eine Drainageschicht einbringen. Sandige Böden sind ideal.
  • Nährstoffe: mäßig. Eine Gabe Kompost im Frühjahr reicht. Zu viel Stickstoff macht die Halme weich, dann kippt der Horst nach dem ersten Herbstregen auseinander.
  • Platz einplanen: mindestens 150 bis 200 Zentimeter Abstand zum Nachbarn bei den großen Sorten, 80 bis 100 bei den kompakten. Lieber zu viel als zu wenig – ein zu eng gesetztes Pampasgras lässt sich später kaum noch versetzen.

Zur Winterhärte, dem eigentlichen Streitpunkt: Etablierte Pflanzen vertragen je nach Sorte etwa −15 °C, 'Evita' ist mit −10 °C etwas empfindlicher angegeben. Was Pampasgras im Winter umbringt, ist aber fast nie die Temperatur, sondern Wasser im Herzen des Horstes. Der Horst ist trichterförmig gebaut und sammelt Regen wie ein Becher. Gefriert dieses Wasser, fault das Vegetationszentrum. Deshalb ist der Winterschutz beim Pampasgras kein Kälteschutz, sondern ein Regenschutz – und genau deshalb funktioniert er anders als bei anderen Stauden.

Pampasgras auf freier sonniger Rasenflaeche mit viel Abstand ringsum

Pampasgras pflanzen: Schritt für Schritt

Die beste Pflanzzeit ist das Frühjahr nach den Spätfrösten (Mai). Dann hat die Pflanze eine ganze Saison Zeit, vor dem ersten Winter ein kräftiges Wurzelwerk zu bilden. Eine Herbstpflanzung ist möglich, aber nur im Frühherbst und nur auf gut durchlässigem Boden – junge Pflanzen sind im ersten Winter deutlich empfindlicher als etablierte.

  1. Handschuhe anziehen. Schon beim Austopfen schneiden die Blattränder.
  2. Ballen wässern: Den Topfballen in einen Eimer tauchen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
  3. Pflanzloch großzügig ausheben: etwa doppelt so breit und tief wie der Ballen. Auf schwerem Boden den Aushub zu einem Drittel durch groben Sand oder Splitt ersetzen und darunter eine Handbreit Kies einbringen.
  4. Leicht erhöht setzen. Pflanzen Sie den Horst eine Daumenbreite höher als das umgebende Niveau, sodass er auf einem flachen Hügel sitzt. So läuft Wasser vom Herz weg statt hinein – die wirksamste Einzelmaßnahme gegen Winterfäule.
  5. Angießen und mulchen: kräftig einschlämmen, danach im ersten Sommer regelmäßig wässern. Rund um den Horst mit Splitt abdecken, nicht mit Rindenmulch.

Ausgetopftes Pampasgras mit kantigem quadratischem Wurzelballen neben dem Pflanzloch, daneben Spaten und Giesskanne

Winterschutz: der Schopf, nicht die Haube

Hier entscheidet sich, ob ein Pampasgras alt wird. Die verbreitete Vorstellung, man müsse es „warm einpacken", führt oft zum Gegenteil: Eine dichte Folienhaube staut Feuchtigkeit und beschleunigt die Fäulnis. Richtig ist der Schopf:

  1. Im November, wenn das Laub abgetrocknet ist, das gesamte Blattwerk auf etwa halber Höhe locker mit Kokosschnur oder Bast zusammenbinden. Die Spitzen fallen dann wie ein Zeltdach nach außen und leiten Regen und Schnee vom Herzen ab.
  2. Den Fuß des Horstes mit einer dicken Schicht trockenem Laub, Reisig oder Stroh abdecken. Das schützt die Wurzel vor Kahlfrost.
  3. Nicht in Folie wickeln. Luft muss zirkulieren können. Wer zusätzlich absichern will, stellt eine offene Reisighaube darüber, keine geschlossene.
  4. Die Rispen dürfen stehen bleiben – sie sind der schönste Winteraspekt und schaden nicht.

Bei Kübelpflanzen ist der Fall anders: Dort friert der Ballen von allen Seiten durch. Den Kübel an eine geschützte Hauswand rücken, auf Styropor oder Holz stellen, mit Vlies oder Jute umwickeln und möglichst regengeschützt überwintern. An frostfreien Tagen sparsam gießen – austrocknen darf der Ballen auch im Winter nicht.

Pampasgras im November mit aufrecht zusammengebundenem Schopf und Laubschicht am Fuss

Schnitt und Pflege: einmal im Jahr, und dann richtig

Geschnitten wird nur im zeitigen Frühjahr, Ende Februar bis Mitte März, bevor der Neuaustrieb kommt. Im Herbst wird am Pampasgras nichts geschnitten – das Laub ist Teil des Winterschutzes.

  • Den Schopf öffnen und den gesamten Horst auf 20 bis 30 Zentimeter über dem Boden einkürzen. Bei großen Exemplaren geht das am schnellsten mit einer Heckenschere.
  • Lederhandschuhe mit langen Stulpen und lange Ärmel sind Pflicht. Die Blattränder schneiden wie eine feine Säge, und man arbeitet mit beiden Armen mitten im Horst.
  • Altes, abgestorbenes Material aus der Mitte herausharken, damit Luft an den Wurzelstock kommt.
  • Danach eine Gabe Kompost, mehr braucht die Pflanze das Jahr über nicht.

Gegossen wird nur im ersten Jahr regelmäßig und später in langen Trockenphasen. Geteilt wird Pampasgras möglichst gar nicht – der Wurzelstock ist verholzt und zäh, und die Pflanze braucht nach einer Teilung Jahre, um sich zu erholen. Wenn es sein muss: im Frühjahr, mit Spaten oder Säge, und nur kräftige Außenstücke weiterverwenden.

Rueckschnitt eines Pampasgrases im Fruehjahr auf zwanzig Zentimeter, mit Lederhandschuhen und Heckenschere

Die Sorten aus unserer Kultur im Vergleich

Die wichtigste Entscheidung ist die Größe. Danach kommt die Farbe.

Sorte Höhe mit Rispen Rispenfarbe Besonderheit
'Tiny Pampa' 60–70 cm cremeweiß Die kleinste Sorte – als einzige dauerhaft für den Kübel geeignet
'Evita' 120–150 cm silbrig-weiß Kompakt und platzsparend; etwas frostempfindlicher (bis −10 °C)
'Pumila' 120–150 cm cremeweiß Dieselbe Höhe wie 'Evita', aber robuster und reicher im Rispenansatz
'White' 200–250 cm schneeweiß Der Klassiker – Solitär und blickdichter Sichtschutz
'Rosea' 200–250 cm zartrosa mit Silberschimmer Das echte rosa Pampasgras – ein Hauch, kein Pink (siehe unten)
'Sunningdale Silver' 250–300 cm silbrig-weiß, sehr große Rispen Die höchste Sorte im Sortiment – ein Solitär für große Gärten

Wer beide Farben nebeneinander möchte, findet im Duo-Set aus 'White' und 'Rosea' eine fertig abgestimmte Zusammenstellung. Das komplette Sortiment steht in der Pampasgras-Kollektion.

Der XXL-Topf: zwei Standjahre gespart

Pampasgras aus dem Einlitertopf braucht realistisch zwei bis drei Jahre bis zum vollen Auftritt – im Pflanzjahr kommen oft nur wenige oder gar keine Rispen. Wer nicht so lange warten möchte, greift zur XXL-Ware im 5-Liter-Container: Diese Pflanzen haben bereits einen kräftigen Wurzelstock und erreichen im Pflanzjahr nahezu ihre Endhöhe. Verfügbar sind 'White' als XXL, 'Rosea' als XXL, 'Evita' als XXL sowie das Zweierset im XXL-Topf. Der größere Ballen bringt noch einen zweiten Vorteil mit: Er ist im ersten Winter deutlich unempfindlicher.

Zwerg-Pampasgras Tiny Pampa im anthrazitfarbenen Kuebel auf der Terrasse mit vollen Federrispen

Rosa Pampasgras: was Sie wirklich bekommen

Zu keiner anderen Pflanze bekommen wir so viele enttäuschte Rückmeldungen – und fast immer liegt es an den Bildern im Netz. Die kräftig pinkfarbenen, fast leuchtenden Rispen, die dort kursieren, sind nachträglich eingefärbte Trockenblumen oder bearbeitete Fotos. So etwas wächst nicht.

Das echte Cortaderia selloana 'Rosea' bildet Rispen, die silbrigweiß sind und einen warmen, zarten Rosaschimmer tragen, am deutlichsten an den Spitzen und im Gegenlicht. Es ist ein Hauch, kein Farbton aus der Tube – und dieser Hauch ist zudem witterungsabhängig: In kühlen, nassen Spätsommern fällt er schwächer aus als in warmen. Wer das weiß, wird mit 'Rosea' sehr glücklich. Wer ein pinkes Gras erwartet, wird es mit keiner Sorte dieser Welt.

Rispen des rosa Pampasgrases Rosea im Gegenlicht mit zartem Rosaschimmer auf silbrigweissem Grund

Gestaltungsideen: Wohin mit einem Riesen

  • Als Solitär im Rasen. Die klassische und stärkste Verwendung: ein einzelnes Exemplar mit Luft ringsum, damit Horst und Rispen als Form wirken können.
  • Als Sichtschutz. Drei große Pflanzen im Abstand von zwei Metern entlang der Grenze ergeben ab dem zweiten Jahr eine hohe, luftige Wand, die im Wind lebt. Wer es schneller und schmaler braucht, findet in unserem Ratgeber zum Elefantengras als Sichtschutz die Alternative — und weitere Kandidaten in der Kollektion Sichtschutz aus Gräsern.
  • Im Präriebeet. Mit Rutenhirse, Fetthenne, Sonnenhut und Astern ergibt sich ein Beet, das von August bis in den Winter trägt.
  • Küstenoptik. Zusammen mit Strandhafer, blauen Gräsern und hellem Sand entsteht der Dünen-Look — siehe auch unseren Ratgeber Strandfeeling im Garten und die Kollektion Strand- & Dünengarten.
  • Im Kübel nur mit 'Tiny Pampa'. Die großen Sorten überleben im Topf selten mehr als zwei, drei Jahre.

Drei grosse Pampasgraeser als Sichtschutz entlang der Grundstuecksgrenze mit herbstlichen Stauden davor

Häufige Fragen zum Pampasgras

Ist Pampasgras winterhart?

Ja, die bei uns kultivierten Sorten vertragen etwa −15 °C, 'Evita' ist mit −10 °C angegeben. Entscheidend ist aber nicht die Temperatur, sondern die Nässe: Der trichterförmige Horst sammelt Regenwasser, und gefriert dieses im Herzen, fault die Pflanze. Deshalb ist der Winterschutz ein Regenschutz — Laub zusammenbinden, Fuß abdecken, nicht in Folie packen.

Wann und wie schneidet man Pampasgras?

Nur im zeitigen Frühjahr, Ende Februar bis Mitte März, auf 20 bis 30 Zentimeter über dem Boden. Im Herbst wird nicht geschnitten, weil das Laub den Winterschutz bildet. Tragen Sie Lederhandschuhe mit langen Stulpen und lange Ärmel — die Blattränder sind fein sägezähnig und schneiden zuverlässig in die Haut.

Warum blüht mein Pampasgras nicht?

Drei Ursachen decken fast alle Fälle ab. Erstens: Die Pflanze ist zu jung — aus dem Einlitertopf dauert es zwei bis drei Jahre bis zur vollen Blüte. Zweitens: zu wenig Sonne. Drittens: Es ist ein männliches Exemplar aus Samenvermehrung, das nur schmale, unscheinbare Rispen bildet. Vegetativ vermehrte Sortenpflanzen wie unsere sind immer weiblich und blühen sortentypisch.

Wie groß und wie breit wird Pampasgras wirklich?

Die großen Sorten erreichen 200 bis 250 Zentimeter Höhe mit den Rispen, 'Sunningdale Silver' bis 300, und werden dabei anderthalb bis zwei Meter breit. Rechnen Sie beim Pflanzabstand mit mindestens 150 bis 200 Zentimetern. Für kleine Gärten gibt es 'Pumila' und 'Evita' mit 120 bis 150 Zentimetern und für Kübel 'Tiny Pampa' mit 60 bis 70.

Eignet sich Pampasgras für den Kübel?

Dauerhaft nur 'Tiny Pampa'. Die großen Sorten kann man ein bis zwei Jahre im großen Gefäß halten, dann wird der Ballen zu eng und die Pflanze bleibt blühfaul. Im Kübel ist der Winter das eigentliche Problem: Der Ballen friert von allen Seiten durch. Geschützt an die Hauswand stellen, auf eine isolierende Unterlage, Gefäß mit Vlies umwickeln, möglichst regengeschützt, und an frostfreien Tagen sparsam gießen.

Ist Pampasgras giftig?

Nein, giftig ist es nicht. Gefährlich sind aber die scharfkantigen Blattränder, die wie eine feine Säge wirken und Schnittverletzungen verursachen können. In Gärten mit kleinen Kindern gehört Pampasgras deshalb nicht an den Weg oder die Spielfläche, sondern an einen Platz, an dem niemand hindurchgreifen muss.

Sät sich Pampasgras aus oder wird es invasiv?

In unserem Klima praktisch nicht. Damit Samen entstehen, braucht es weibliche und männliche Pflanzen nebeneinander und einen langen, warmen Herbst; unsere Sorten sind ausschließlich vegetativ vermehrte weibliche Klone. Ausläufer bildet Pampasgras ohnehin nicht — der Horst wird breiter, wandert aber nicht.

Fazit: Der richtige Platz entscheidet alles

Pampasgras ist keine schwierige Pflanze, aber eine, die man nicht nebenbei setzt. Sie braucht Sonne, einen durchlässigen Boden, viel Platz — und einen Winterschutz, der Regen ableitet statt Wärme zu speichern. Wer diese vier Punkte beachtet und die Sorte nach der verfügbaren Fläche wählt statt nach dem schönsten Foto, hat jahrzehntelang einen Solitär, der von August bis in den Februar etwas hermacht. Bei uns bekommen Sie ausschließlich vegetativ vermehrte, im Freiland abgehärtete Pflanzen aus eigener Kultur — direkt vom Feld unserer Staudengärtnerei am Niederrhein. Stöbern Sie durch unsere Pampasgras-Kollektion; wer den vollen Auftritt schon im ersten Jahr will, nimmt die XXL-Ware.

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