Pfeifengras ist das Gras, das man stehen lässt und trotzdem nicht schneiden muss. Im Spätherbst löst es seine Halme von selbst an der Basis – nach dem ersten Sturm liegt der Horst frei, ohne dass jemand die Schere angesetzt hätte. Dreizehn Sorten von 40 cm bis 2,50 m, alle winterhart bis −25 °C.
Welches Pfeifengras passt in Ihr Beet?
Kleines Pfeifengras (Molinia caerulea): 40 bis 120 cm
Die Gruppe für Beetmitte und Vordergrund. Am kompaktesten bleibt 'Heidezwerg' mit 40 bis 60 cm, gefolgt von 'Igel' (50–80 cm). 'Moorhexe' und 'Edith Dudszus' werden 80 bis 100 cm hoch und tragen ihre Rispen auf schlanken, aufrechten Halmen. Etwas höher werden 'Dauerstrahl' (80–120 cm), 'Heidebraut' und 'Poul Petersen' (je 100–120 cm).
Die einzige buntlaubige Sorte ist 'Variegata' (60–80 cm) mit cremeweißen Längsstreifen – sie hellt auch dann auf, wenn gerade nichts blüht. Am längsten in Blüte steht 'Dauerstrahl', wie der Name sagt.
Hohes Pfeifengras (Molinia arundinacea): 120 bis 250 cm
Die zweite Art ist eine ganz andere Pflanze: Der Blatthorst bleibt niedrig, und aus ihm steigen dünne, kahle Blütenhalme weit darüber hinaus. Am höchsten wird 'Skyracer' mit 180 bis 250 cm, dicht gefolgt von 'Karl Foerster' und 'Windspiel' (je 150–200 cm). 'Fontäne' (120–180 cm) trägt die Rispen elegant überhängend, wie der Name sagt.
Eine Sorte verdient den besonderen Hinweis: 'Transparent' heißt so, weil man hindurchsieht. Trotz 150 bis 180 cm Höhe kann sie deshalb vorne stehen – die Halme sind so dünn, dass das Beet dahinter sichtbar bleibt. Ein hohes Gras in der ersten Reihe ist einer der schönsten Effekte, die man im Staudenbeet bauen kann.
Standort, Boden und warum der Schnitt entfällt
Alle dreizehn Sorten stehen sonnig bis halbschattig und wollen einen humosen, durchlässigen Boden, der frisch bis mäßig feucht bleibt. Pfeifengras stammt aus Moor- und Feuchtwiesen: Es verträgt keine dauerhafte Trockenheit, dafür problemlos schwerere Böden, an denen andere Ziergräser scheitern.
Der Rückschnitt entfällt. Anders als Chinaschilf oder Rutenhirse bildet Pfeifengras im Herbst eine Trennschicht am Halmgrund und wirft die Halme ab. Was übrig bleibt, harkt man im Frühjahr einfach zusammen. Wer trotzdem schneiden möchte, tut es im Februar, aber nötig ist es nicht.
Gedüngt wird ebenfalls nicht – in nährstoffreichem Boden werden die Halme weich und knicken. Rechnen Sie mit Geduld: Pfeifengras treibt spät aus, oft erst im Mai, und braucht zwei bis drei Jahre bis zur vollen Größe.
Pfeifengras im Beet kombinieren
Die durchscheinenden Rispen wirken am besten vor einem dunklen Hintergrund und im Gegenlicht. Als Blühpartner passen Sonnenhut, Purpursonnenhut und Steppensalbei, für den blauen Gegenpol Edeldistel und Blauraute. Unter den Gräsern ergänzen Rutenhirse und Chinaschilf die kräftigere Struktur. Fertig geplant im Kies- und Präriegarten und im Naturgarten.
Häufige Fragen zum Pfeifengras
Muss ich Pfeifengras zurückschneiden?
Nein. Es wirft seine Halme im Spätherbst von selbst ab – ein Schnitt ist überflüssig. Im Frühjahr harken Sie das lose Material zusammen, und der Neuaustrieb kommt sauber durch.
Was ist der Unterschied zwischen kleinem und hohem Pfeifengras?
Es sind zwei verschiedene Arten. Molinia caerulea bleibt insgesamt niedrig (40 bis 120 cm). Bei Molinia arundinacea bleibt der Blatthorst ebenfalls niedrig, aber die Blütenhalme steigen weit darüber hinaus – bis 2,50 m. Optisch wirkt die hohe Art deshalb viel leichter, als die Zahl vermuten lässt.
Warum treibt mein Pfeifengras so spät aus?
Das ist normal. Es gehört zu den spätesten Gräsern und lässt sich bis in den Mai Zeit. Wer im April eine leere Stelle sieht, sollte nicht voreilig nachpflanzen.
Verträgt Pfeifengras Trockenheit?
Weniger als die meisten anderen Ziergräser. Es kommt aus der Feuchtwiese und will gleichmäßig frischen Boden. In einem trockenen Sommer bleibt es kleiner und färbt früher – schädlich ist das nicht, aber die volle Wirkung entsteht so nicht.



























