Die Tropfen auf dem Frauenmantel sind kein Tau – die Pflanze scheidet sie selbst aus. In feuchten Nächten drückt sie Wasser über die Blattränder nach außen, und weil das samtige Laub Wasser abperlen lässt, sammeln sich die Tropfen als silbrige Perlen in der Blattmitte. Genau dafür pflanzt man Frauenmantel: als ruhige, gelbgrüne Kante, die morgens glitzert.
Welcher Frauenmantel passt?
Der große: Alchemilla mollis
Der Große Frauenmantel wird 30 bis 50 cm hoch, wächst horstbildend und ausladend und hat hellgrünes, samtiges Laub. Von Mai bis Juli steht eine schäumende Wolke gelbgrüner Blüten darüber. Er ist der Klassiker für Beetränder, unter Rosen und als Füller zwischen höheren Stauden.
Der kleine: Alchemilla erythropoda
Der Kleine Frauenmantel bleibt mit 15 bis 20 cm kompakt und hat blaugrünes, leicht behaartes Laub. Er mag es etwas trockener, durchlässig und mäßig feucht bis trocken, und gehört an den vorderen Rand, in den Steingarten oder in Pflanzgefäße. Die gelbgrünen Blüten erscheinen ebenfalls von Mai bis Juli.
Beide kommen im 9 × 9 cm Topf (0,5 Liter) und sind winterhart bis etwa −30 °C.
Standort, Boden und der Schnitt nach der Blüte
Frauenmantel steht sonnig bis halbschattig in humosem, gut durchlässigem Boden. Der große verträgt es frisch bis feucht, der kleine lieber mäßig feucht bis trocken. Ansonsten ist er anspruchslos.
Der eine Handgriff, der zählt: nach der Blüte bodennah zurückschneiden. Im Hochsommer wird das alte Laub unansehnlich und die Blütenstände fallen auseinander. Ein Schnitt Ende Juli bringt innerhalb weniger Wochen frisches, sauberes Laub – oft mit einer kleinen Nachblüte. Gleichzeitig verhindert der Schnitt, dass sich der Große Frauenmantel überall im Beet aussät.
Frauenmantel kombinieren
Das Gelbgrün der Blüten beruhigt kräftige Farben. Klassisch ist er zu Storchschnabel, Steppensalbei und Katzenminze, im Halbschatten zu Funkien und Prachtspieren. Als Beetkante vor Gräsern wie Japanischem Berggras wirkt er ruhig und geschlossen.
Häufige Fragen zum Frauenmantel
Woher kommen die Tropfen auf den Blättern?
Die Pflanze scheidet in feuchten Nächten selbst Wasser über die Blattränder aus. Weil die Blattoberfläche Wasser abweist, rollen die Tropfen in die Blattmitte. Das ist kein Tau und kein Krankheitszeichen.
Sät sich Frauenmantel aus?
Der Große Frauenmantel ja, und das reichlich. Wer die Blüten nach dem Verblühen abschneidet, verhindert es.
Wann schneide ich ihn zurück?
Nach der Blüte, etwa Ende Juli, bodennah. Danach treibt frisches Laub nach.
Verträgt er Schatten?
Halbschatten ja. Im tiefen Schatten blüht er weniger und wird lockerer.





