Storchschnabel ist die Staude, mit der man am wenigsten falsch machen kann. Sie wächst im trockenen Schatten unter Bäumen ebenso wie am sonnigen Beetrand, blüht monatelang und muss weder gedüngt noch gestützt werden. Die Gattung ist allerdings groß: 23 Sorten von 10 bis 80 cm, und die Arten unterscheiden sich stärker voneinander als die Sorten untereinander.
Welcher Storchschnabel passt wohin?
Für trockenen Schatten unter Gehölzen
Balkan- und Cambridge-Storchschnabel sind die Lösung für die Stelle, an der sonst nichts wächst: unter Baum und Hecke, wo Wurzeldruck herrscht und der Boden trocken bleibt. Das Laub ist aromatisch, bleibt halb-immergrün und schließt mit den Jahren zur Fläche — danach wächst dort kein Unkraut mehr.
- 'Spessart', 'Bevan's Variety' und 'Ingwersen's Variety' (25–40 cm) — der klassische Balkan-Storchschnabel, weiß bis kräftig rosa.
- 'Biokovo', 'Cambridge', 'Karmina' und 'Saint Ola' (20–30 cm) — niedriger und dichter, gut für Kanten und schmale Streifen.
Für sonnige Beetränder und Kanten
Der Blut-Storchschnabel bleibt kompakt, blüht von Mai bis in den Herbst und färbt sich im Oktober rot.
- 'Max Frei' (20–30 cm) — die dichteste und blühfreudigste Sorte, karminrot.
- 'Apfelblüte' (20–30 cm) zartrosa, 'Album' (20–30 cm) rein weiß, 'Dilys' (30–40 cm) pink und besonders lange blühend.
Für Steingarten, Trog und Mauerkrone
Der Aschgraue Storchschnabel bleibt unter 20 cm und verträgt Trockenheit besser als jede andere Art im Sortiment.
- 'Ballerina' (10–20 cm), 'Lawrence Flatman' (10–15 cm) und 'Signal' (10–20 cm) — rosa bis purpurn, alle mit dunkler Aderung.
Für das Staudenbeet
Die hohen Arten tragen die mittlere Beetebene und blühen großblütig.
- 'Rozanne' (40–60 cm) — der bekannteste Dauerblüher überhaupt: violettblau von Juni bis Oktober, ohne Pause. Wenn Sie nur eine Sorte pflanzen, dann diese.
- 'Johnson's Blue' (40–50 cm), 'Orion' und 'Splish Splash' (60–80 cm) — Wiesen-Storchschnabel, große blaue bis blau-weiß gesprenkelte Blüten.
- 'Kashmir Purple' (40–60 cm) und 'Wargrave Pink' sowie die Art Geranium endressii (40–60 cm) — breitwüchsig, gut zum Verbinden größerer Pflanzungen.
- 'Philippe Vapelle' (30–40 cm) mit samtig graugrünem Laub und 'Espresso' (30–50 cm) mit schokoladenbraunem Laub sind die beiden Sorten, die auch ohne Blüte wirken.
Standort, Boden und der eine Schnitt, der zählt
Fast alle Storchschnäbel wollen Sonne bis Halbschatten und durchlässigen Boden. Ausnahme sind Balkan- und Cambridge-Storchschnabel, die auch im tiefen Schatten zurechtkommen, und der Aschgraue Storchschnabel, der es ausgesprochen trocken mag.
Der Handgriff, der den Unterschied macht: Wenn die erste Blüte durch ist und die Pflanze auseinanderfällt, schneiden Sie sie handbreit über dem Boden komplett zurück. Das sieht für zwei Wochen radikal aus — danach treibt frisches Laub durch und die meisten Sorten blühen ein zweites Mal. Wer das nicht macht, hat ab Juli eine unansehnliche Pflanze im Beet.
Gedüngt wird nicht. Die Blüten werden gern von Bienen und Schmetterlingen angeflogen.
Storchschnabel im Beet kombinieren
Im Schatten ist Geranium macrorrhizum der Partner für Funkien, Farne und Seggen — er füllt die Fläche zwischen den Solitären. Das ist die Grundmischung für den Schatten- und Waldgarten.
In der Sonne steht 'Rozanne' gut zu Steppensalbei, Katzenminze und Sonnenhut, der Blut-Storchschnabel vor Ziergräser, deren Halme das Rot aufnehmen.
Häufige Fragen zum Storchschnabel
Welcher Storchschnabel blüht am längsten?
'Rozanne'. Sie blüht von Juni bis zum ersten Frost durch, ohne Rückschnitt und ohne Blühpause. Keine andere Sorte hält so lange.
Welcher Storchschnabel eignet sich als Bodendecker?
Der Balkan-Storchschnabel (Geranium macrorrhizum) und der Cambridge-Storchschnabel (Geranium cantabrigiense). Beide wurzeln flächig und schließen dicht. Rechnen Sie sieben bis neun Pflanzen je Quadratmeter, dann ist die Fläche nach zwei Jahren zu.
Was wächst im trockenen Schatten unter Bäumen?
Geranium macrorrhizum. Er kommt mit Wurzeldruck und Trockenheit zurecht wie kaum eine andere Staude — die Stelle unter der Birke oder am Heckenfuß ist genau sein Platz.
Warum fällt mein Storchschnabel im Sommer auseinander?
Das ist normal nach der Hauptblüte, besonders bei Wiesen-Storchschnabel. Schneiden Sie ihn handbreit über dem Boden ab, gießen Sie einmal durch — nach zwei bis drei Wochen steht ein frischer, kompakter Horst da.















































